Wächter der Corporate Media schützen das westliche 1% vor Panama Leak

craigpic3. April. 2016
von Craig Murray
Übersetzung: Crae´dor

https://www.craigmurray.org.uk

Wer auch immer die Mossack Fonseca Papiere den Medien zugespielt hat, scheint ein echtes Interesse daran gehabt zu haben, das System vorzuführen. Ein System, das den Ultrareichen die Möglichkeiten bietet, ihre oft durch Korruption entstandenen, gigantischen Verstecke zu verbergen, die alle der Steuervermeidung dienen. Diese Panamaischen Anwälte verstecken den erheblichen Teil des Reichtums des 1 % und die Zuspielung der enormen Datenmenge ihrer Dokumente sollte eine tolle Sache sein.

Unglücklicherweise hat der unbekannte Enthüllter einen schrecklichen Fehler begangen, indem er sich an die westlichen Corporate Medien wandte, um die Ergebnisse zu publizieren. Das Ergebnis ist die erste große Geschichte, die heute im Guardian publiziert wurde. Sie dreht sich nur um Putin und einen tricksenden Cellisten. Tatsächlich glaube ich dieser Geschichte und habe keinen Zweifel daran, dass Putin nicht sauber ist.

Doch warum das Augenmerk auf Russland? Russischer Reichtum ist nur ein winziger Bruchteil des Geldes, das mit Hilfe von Mossack Fonesca versteckt wurde. In der Tat wird bald offensichtlich, dass die selektive Berichterstattung zu stinken beginnt.

Die Süddeutsche Zeitung, der das Material zugespielt wurde, gibt eine detaillierte Erklärung der Methodik, derer sich die Corporate Medien bei ihrer Suche bedienten. Hauptsächlich haben sie nach Namen gesucht, die im Zusammenhang mit Regimes stehen, die UN-Sanktionen brachen. The Guardian berichtet auch darüber und macht sich nützlich durch die Erstellung einer Liste dieser Länder wie Simbabwe, Nord Korea, Russland und Syrien. Das Filtern dieser Mossack Fonseca Informationen durch die Corporate Medien folgt der direkten westlichen Regierungsagenda. Darin werden keine westlichen Unternehmen oder Milliardäre – die überwiegenden Kunden von Mossack Fonseca – erwähnt. Und The Guardian beeilt sich zu versichern, dass „viel von dem zugespielten Material privat bleiben wird.“

Was erwarten Sie? Das zugespielte Material wird vom großspurig, aber lächerlich klingenden “International Consortium of Investigative Journalists” geleitet, einer Organisation, die vom USA Center für Public Integrity gegründet wurde und von diesem vollumfänglich organisiert und wird. Ihre Gründer beinhalten unter vielen anderen

Ford Foundation
Carnegie Endowment
Rockefeller Family Fund
W K Kellogg Foundation
Open Society Foundation (Soros)

Erwarten Sie keine echte Bloßstellung des westlichen Kapitalismus. Über die dreckigen Geheimnisse der westlichen Unternehmen wird nicht berichtet.

Erwarten Sie Schläge gegen Russland, Iran und Syrien und ein winziges „Gegengewicht“ bei den westlichen Ländern wie Island. Einer oder zwei der betagten – manche davon bereits dement – britischen Führer werden geopfert.

Die Corporate Medien – The Guardian und BBC in GB – haben Exklusivzugang zur Datenbank, in die Sie und ich keine Einsicht haben. Um sich selbst zu schützen, sichten sie nicht mal die heiklen Informationen der westlichen Unternehmen, die bei bestimmten Suchbegriffen wie „UN sanctions buster“ (Meister der UN Sanktionen) auftauchten. Man darf nicht vergessen, dass The Guardian auf Weisung von MI6 seine Kopien der Snowden-Dokumente vernichtet hat.

Was, wenn Sie die Suche nach Besitzern aller Corporate Medien und ihrer Unternehmen, aller ihrer Redakteure und leitender Corporate Medien Journalisten in die Mossack Fonseca Datenbank eingegeben hätten? Was, wenn sie nach allen leitenden Leuten bei der BBC gesucht hätten? Was, wenn sie in der Mossack Fonseca Datenbank nach jedem Spender an das Center for Public Integrity und seiner Unternehmen gesucht hätten?

Was, wenn sie in der Mossack Fonseca nach jedem an den westlichen Börsen gelisteten Unternehmen und jedem westlichen Millionär, dem sie folgen können, gesucht hätten?

Das wäre viel interessanter. Ich weiß, Russland und China sind korrupt. Das brauchen Sie mir nicht zu sagen. Was, wenn Sie sich hier im Westen Dinge anschauen würden, die wir hervorzuholen in der Lage wären und gegen die wir etwas tun könnten?

Und was, wenn ihr Corporate Schoßhündchen die Leute einen Blick auf die echten Daten werfen lassen würdet?

UPDATE

Hunderttausende Menschen haben diesen Artikel in den ersten 11 Stunden nach seiner Veröffentlichung gelesen – obwohl es in GB Nacht war. Es gibt 235.918 „impressions“ bei twitter (wie twitter sie nennt) und über 3.700 Menschen haben ihn auf Facebook geteilt; nur die neuen Leser wurden gezählt.

Ich darf Sie daran erinnern, dass dieser Blog frei und fürs Publikum geschaffen ist und Sie willkommen sind, den Artikel zu rebloggen oder wiederzuverwenden (ebenso andere Beiträge), ohne um eine weitere Genehmigung anfragen zu müssen.

Craig Murray ist Autor, Sprecher und Menschenrechtsaktivist. Er war Britischer Botschafter in Usbekistan vom August 2002 bis Oktober 2004 und Rektor der University of Nundee von 2007-2010.



Kategorien:Bankensystem, Hinter den Kulissen der Macht, Medien bloßgestellt, News, Politik, Regierungen bloßgestellt, Unternehmen bloßgestellt

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2 replies

  1. …und doch ist es ein Schritt in die Öffentlichkeit, wie das System umschifft wird… alles kommt ans Licht.

  2. Hat dies auf removetheveildotnet rebloggt und kommentierte:
    Man braucht bloss zu kucken, wer Regie führt, um die Inszenierung zu erkennen.

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