8 Kniffe, um das Leben vom Kopf auf die Füße zu kriegen

von Reinhard Küster

Auch ein sehr gereifter Geist mit einem verstehenden und weiten Blick ist dennoch in sein menschliches Gewordensein eingebettet. Wir haben es alle mit der Umklammerung unseres EGO zu tun, das es ja auf seine Art wirklich gut mit uns meint, wenn es uns seinem Wesen gemäß mit aller Macht an der Entfaltung unseres wahren Wesens zu hindern trachtet.

Seit die Wirklichkeit des Einsseins für mich und meinen Geist greifbar geworden ist, frage ich mich oft: Was soll ich in dieser illusionären Welt überhaupt tun, darum geht’s doch überhaupt nicht.

Auf der anderen Seite bist Du genauso wie ich (und Angela Merkel) der in der Menschheit schlummernde Gott. Letztlich geht es ja darum, den schlummernden Gott zu erlösen, und zwar HIER IN DIESER WELT.

Na ja, dieser Zwiespalt hat mich zu einer einfachen Methodik geführt, die sowohl dem menschlichen EGOkorsett gerecht wird wie auch dem nach Enthüllung seines wahren Wesens strebenden Gotteskeim. Denn wir sind nunmal Beides!

Was dabei herausgekommen ist, möchte ich euch hier mal vorstellen.

Ich freue meine Gedanken heute mit euch teilen zu können und bin dankbar für Anregungen, wie und ob der beschriebene Leitfaden einem breiteren Kreis zugänglich gemacht werden kann.

Das „Sie“ in der von Beiwerk befreiten folgenden Darlegung bitte ich zu überlesen.

Die Kniffe

Im Folgenden möchte ich Ihnen die Kniffe vorstellen, damit Sie gleich wissen worüber wir hier sprechen.

Die „Kniffe“ beschreiben innere Haltungen, durch die ich konstruktiv mit unangenehmen Gefühls- und -(Er-)Lebenssituationen umgehe. Das ist Alles.

Danach stelle ich einige grundlegende Überlegungen vor, warum es kaum sinnvolle Alternativen zu dieser Herangehensweise an Lebensprobleme geben kann und wie und warum auch äußere Probleme des Lebens auf unsere inneren „Aufräumarbeiten“ reagieren.

Doch jetzt zu den Kniffen.

Kniff 1: BEMERKEN

Wenn Sie Unwohlsein, Schmerz oder Angst verspüren, ist der natürliche Reflex, das „weg haben zu wollen“ (Weglaufimpuls). Das funktioniert am besten durch Ablenkung wie z.B. Fernsehen, Arbeit, Sport, Alkohol, Drogen, einkaufen, Beziehung… – aber nicht auf Dauer.

Wenn Sie dem Reflex immer folgen, ohne den Weglaufimpuls überhaupt zu BEMERKEN, hängen Sie wie „ferngesteuert“ bei einem Automatismus am Tropf.

Mit dem BEMERKEN eines Weglaufimpulses ist aber gewöhnlich die unangenehme Frage verbunden, ob ich ihm folge oder widerstehe. Habe ich ihn bemerkt und folge ihm trotzdem, bleibt leicht ein Gefühl von Versagen. Habe ich ihn bemerkt und verkneife mir das weglaufen, bin ich den peinigenden Entzugsempfindungen ausgesetzt. Vor dieser quälenden Entscheidungssituation rettet mich das „gar nicht erst bemerken“.

Der erste Kniff aus dem Werkzugkasten bietet Ihnen einen Weg an, den Weglaufimpuls zu BEMERKEN, ohne gleich vor diese herausfordernde Entscheidung gestellt zu sein:

BEMERKEN Sie was Sie tun, doch verzichten Sie auf jede Bewertung und lassen Sie den Selbstanspruch stecken, etwas daran verändern zu müssen. Gestatten Sie sich stattdessen, straffrei Ihrer gewohnten Handlungsweise zu folgen, aber BEMERKEN Sie was Sie da tun.

Klopfen Sie sich dann auf die Schulter: Sie BEMERKEN nämlich was Sie tun, sie kriegen mit, wie Sie dem Reflex folgen. Dadurch öffnen Sie eine Tür von zentraler Bedeutung. Ich würde fast sagen, es ist die halbe Miete.

Kniff 2: Bewertungsverzicht

Auf Bewertung Ihres Tuns zu verzichten, ist ja schon im 1. Kniff angeklungen. Aber da ist noch mehr drin:

Verzichten Sie bewusst auf die Bewertung ALLER Umstände. Die Bewertung des Autofahrers der hinter Ihnen drängelt oder vor Ihnen kriecht, der lahmen Kassiererin an der Supermarktkasse wo’s nebenan so schnell vorangeht, Ihrer Freunde und natürlich ebenso Ihres eigenen Handelns und Seins.

Sie wissen nicht, ob das was Sie gewohnheitsmäßig so streng bewerten, auf lange Sicht gut oder schlecht für Sie ist. Warum also bewerten?

Benutzen Sie stattdessen lieber den nächsten Kniff.

Kniff 3: Das AHA

Gestatten Sie sich, dass es so ist wie es ist! Denn es ist nun mal so.

Sie bemerken einen schmerzlichen Umstand oder ein mieses Gefühl oder etwas ist Ihnen in die Hose gegangen, doch Sie gehen nicht sofort in Handlung. Stattdessen stellen Sie nur das so Sein fest: AHA…!

Das AHA erlaubt Ihnen einen Moment des Innehaltens ohne gleich in Abwehr oder Bewertung zu rutschen. Ein erhabener Moment des Triumphes über die Sklaverei der unwillkürlichen Reflexe!

Das AHA bewertet nicht und hört sich beispielsweise so an:

à Das versetzt mich in Panik, AHA!
à Jetzt schalte ich die Glotze ein um mich abzulenken, AHA.
à Das fühlt sich ja total ätzend an, AHA!
à Das tut höllisch weh, AHA.
à Ich will das schnellstmöglich loswerden, AHA.
à Jetzt ist mir das blöde Teil aus der Hand gerutscht, AHA.

Kniff 4: Das grundlegende JA

Sie sind jetzt und hier in genau dieser Situation, da beißt die Maus keinen Faden ab. Richtig?

Wer außer Ihnen interessiert sich dafür, dass Sie es nicht wollen?

Und auch wenn: Weder Sie noch irgendein Anderer wird es mit einem Fingerschnippen beseitigen. Sie sind also drin, ob Sie wollen oder nicht.

Und das wird sich NIE ändern, Sie werden IMMER in genau diesem gegebenen Augenblick sein. Gott sei Dank gibt es ja auch reichlich Momente denen man nicht entfliehen will, aber wollte man es, wäre es genauso hoffnungslos. Was ist, ist. Basta.

Sie haben 2 Wahlmöglichkeiten für die innere Haltung, die Sie zu einem Moment von solcher Unausweichlichkeit einnehmen:

NEIN, das will ich nicht, ich muss hier weg, ich muss das wegmachen
und
JA, ich nehme es an so wie es ist. Es nützt ohnehin nichts, es nicht haben zu wollen. Ich suche deshalb die Entspannung IN dieser Situation. Ich kämpfe nicht, ich bleibe.
Nehmen Sie dazu Ihren Atem mit!

UND: Wenn ich das NEIN wähle ist es auch o.k. Denn mein grundlegendes JA gilt auch für die Wahl eines NEIN. Allein die Absicht zum grundlegenden JA zählt!

Das grundlegende JA wird sehr radikal der Unausweichlichkeit der Tatsachen gerecht und ist die Basis zur Anwendung des nächsten Kniffs.

Kniff 5: Ich will „es“ kennenlernen

Kniff 5 steht Ihnen zur Seite, wenn Sie „bemerkt“ und zu der Entscheidung gefunden haben, diesmal Ihrem „Weglaufimpuls“ NICHT zu folgen. Machen Sie sich bewusst: Sie haben es hier mit einem notleidenden Aspekt einer Ihrer inneren Personen oder Kinder zu tun, der nur Eines will: GESEHEN und in seiner Not GEWÜRDIGT werden (zu inneren Anteilen erfahren Sie mehr unter der Überschrift „Vom rechten Umgang mit sich Selbst“).

Schicken Sie den notleidenden Teil nicht zurück in die Verbannung aus dem Bewusstsein, sondern wenden Sie sich Ihm zu mit der inneren Haltung:

Ich will „es“ kennenlernen, wer oder was immer „es“ ist.

Das erfordert Mut! Es ist der Mut des Herzens – Sie erkennen die Not eines inneren Anteils Ihrer Selbst und wenden sich ihm zu, anstatt Ihn wegzuschicken.

Jeder noch so kleine Moment solcher Zuwendung heilt!

Kniff 6: Wenden Sie sich zu

Wenn das ungeliebte Gefühl auftaucht und sich vor Sie stellt oder über Sie herfällt – Vergegenwärtigen Sie sich die Situation bildlich:

Sind Sie auf der Flucht (Ablenkung), haben Sie das unangenehme Gefühl im Nacken. Kämpfen Sie dagegen an (weg haben wollen), verkrampften Sie sich im Versuch es zu verscheuchen. Beides hat keinerlei Potential etwas aufzulösen, etwas an dem unangenehmen Erleben zu verwandeln.

Doch jetzt haben Sie eine weitere Handlungsoption:

Wenden Sie sich innerlich mit der inneren Haltung „Ja, ich will es kennenlernen“ der unangenehmen oder bedrohlichen Erlebenswelt von Angesicht zu Angesicht zu.

Es kann sein dass es Ihnen kurz (oder auch länger) den Atem verschlägt, das ist normal und verwundert nicht. Nehmen Sie den Schrecken wahr und atmen Sie behutsam hinein. Atmen Sie!

Sie steuern selber, wie lange und wie intensiv Sie sich dieser anteilnehmenden Zuwendung zur Verfügung stellen wollen. JEDER AUGENBLICK IST KOSTBAR und entspannt das System!!!

Kniff 7: EmoDiving

EmoDiving ist eine Sonderform des Hinwendens zu einem starken Gefühlserleben.

Ich habe eine interessante Entdeckung gemacht: Wenn starke, unangenehme Emotionen (oder auch körperliche Schmerzen) sehr präsent sind, kann ich innerlich in die Haltung „Ich will es kennenlernen“ treten und mich dann in die unerfreuliche Emotion hineinsinken lassen, wie eine Sonde, die in unbekanntes Gewässer eintaucht und langsam nach unten sinkt. Ich vertraue mich mit Haut und Haaren dem notleidenden inneren Anteil an. Er wird mir nichts tun!

DIESEN KNIFF BEI BEKANNTEN SCHWEREN TRAUMATA BITTE NICHT ODER NUR MIT BESONDERER BEHUTSAMKEIT EINSETZEN !!!

Gelingt es mir, mich dem starken Gefühlserleben vollständig anzuvertrauen, lässt es nach einiger Zeit nach und löst sich dann auf. Eine tiefe Entspannung und ein Gefühl der Glückseligkeit folgen, wenn das Durchsinken gelungen ist.

EmoDiving kann in jedem ungestörten Moment angewendet werden, wenn unangenehme oder bedrohliche Gefühle sehr gegenwärtig sind. Sie werden es mit denselben Gefühlen (Schmerzen) erneut zu tun bekommen, verlassen Sie sich drauf, aber schon ist dieses unangenehme Erleben kein Fremder mehr und Sie können bei seinem Auftauchen sagen: „Hallo, sei gegrüßt, tut’s noch immer so weh?“. Der Kampf kann draußen bleiben.

Die Hinwendung wird immer leichter und irgendwann ist der Anteil befriedet und muss nicht mehr so lautstark auf sich aufmerksam machen (das gilt genauso für Kniff 6, „Zuwenden“).

Kniff 8: Worst Case Entladung

Dieser Kniff steht neben den Anderen und regt an, bei der Befürchtung eines Untergangs, welcher Art auch immer, einen Blick auf die schlimmste Ausprägung des Befürchteten zu werfen.

Solange wir ein Schreckensszenario im Kopf haben, das „niemals passieren darf“, sind wir Sklaven dieser Befürchtung. ALLES werden wir tun, um DAS zu verhindern. Doch Entspannung finden wir im Angesicht des Schreckens nicht, egal wie angestrengt wir durchhalten, draufstarren oder weggucken.

Jedenfalls nicht, bis wir uns den schlimmsten Befürchtungen mutig öffnen und vor unserem inneren Auge dieses Schreckensszenario in seiner an den Rand des Vorstellbaren ausgereizten, grausigsten Ausprägung lebendig werden lassen. DAS ist jetzt das Allerschlimmste, was passieren könnte.

An die damit losgetretenen Gefühle tasten wir uns dann mittels der vorgestellten Kniffe heran. Uff..!

Sie werden staunen, wie viel Beruhigung es schenkt, „schon mal da gewesen zu sein“.

Vom rechten Umgang mit sich Selbst

Wir bestehen (weitgehend unbemerkt) tatsächlich aus einer Fülle innerer „Personen“ (oder „Anteile“), die völlig eigenständige, teils sogar entgegengesetzte Ziele verfolgen.

Wie sinnvoll ist dann auf dem Weg meine Tiefen zu erforschen das Selbstbild von einer „homogenen einzelnen Person“?

Nicht so sinnvoll, denn in Wahrheit ist Jeder eine kleine Firma, in der alle Mitarbeiter innere Anteile sind, mit unterschiedlichen Aufgaben, unterschiedlichen Blickwinkeln, unterschiedlichen Zielen, unterschiedlichen Gaben und Schwächen. Alle Mitarbeiter wollen die Firma zum Erfolg führen und vor feindlicher Übernahme und vielleicht sogar Zerschlagung schützen, nur verfolgt Jeder seinen ganz eigenen Lösungsansatz und ist blindlings auf Diesen fixiert.

Woran könnte es in der Firma mangeln? Wie könnte es in der Firma besser laufen?

Wie entstehen innere Anteile?

Ein innerer Anteil, eine innere Person, entsteht aus einer erfolgreichen Überlebensstrategie, die für den Menschen zu der Zeit ihrer Entstehung das Überleben sicherte, Schutz darstellte oder zum Erfolg geführt hat. Z. B. führt die wiederholte Botschaft an das Kind „halt dein Maul sonst kriegst du eine drauf“ mit Umsetzung der Drohung zur Entwicklung eines inneren Persönlichkeitsanteils, der „was sagen“ mit Gefahr assoziiert. Seine Mission ist fortan, dafür zu sorgen dass die Person möglichst nicht spricht – um sie vor Unbill zu beschützen.

Sie können sich vorstellen, dass die erwachsene Person sehr eingeschränkt ist, wenn dieser innere Anteil bei der Notwendigkeit zu sprechen sofort „auf die Bühne springt“ und die erwachsene Person mit seinem Gefühl von Bedrohung überschwemmt, die es beim Thema „sprechen“ empfindet. Für den inneren Anteil ist die angemessene Reaktion einfach „Schnauze halten!“, die erwachsene Person weiß zwar dass keine Bedrohung existiert, muss aber mit der Panik des inneren Anteils umgehen.

Die erwachsene Person ist in der Folge vielleicht sauer auf sich selbst und schämt sich gleichzeitig, weil sie an dieser Stelle immer zurückweichen muss. Es entsteht der Wunsch etwas zu verändern und diese Sprechblockade „zu überwinden“.

Wenn ich in dem Versuch „zu überwinden“ nur auf den störenden Aspekt „Sprechblockade“ schaue und „sie weghaben“ will, übersehe ich die innere Person mit ihrem Anliegen mich zu beschützen! Vielleicht gelingt es mir mit Willen und Disziplin ein anderes Verhalten anzutrainieren, aber was geschieht dann mit der inneren Person? Ich habe „eine Leiche im Keller“.

Innere Personen/Anteile sind eingefrorene, eigenständige Gefühls- und Handlungsmuster, die durch Schlüsselreize in einer aktuellen Situation aktiviert werden. Dann durchleben sie automatisch das zum Zeitpunkt ihres Entstehens gegenwärtige Gefühls- und Handlungsmuster erneut, dass damals zur Rettung bzw, zum Erfolg geführt hat.

Ist ein innerer Anteil dem Bewusstsein völlig entzogen, funktionieren wir bei bestimmten Schlüsselreizen scheinbar wie ein Automat. DESWEGEN ist BEMERKEN die halbe Miete!

Die Dynamik ungeliebter und weggeschobener innerer Personen

Wenn Sie Ihre inneren Anteile als „eigenständige Personen“ begreifen, wird die Dynamik sofort klar: Stellen Sie sich vor, Sie sind ein solcher Anteil und bleiben mit Ihrer superdringlichen Botschaft völlig ungehört, obwohl Sie Alles versuchen und überzeugt sind, dass Ihre Botschaft überlebensnotwendig und die Wichtigste im gesamten „System Person“ ist. Ein Schlüsselreiz ruft Sie auf den Plan und Ihre Alarmglocken schrillen. Wenn der direkte Weg versperrt ist, Ihre Botschaft an den Mann/die Frau zu bringen, suchen Sie einen Anderen – Sie sind alarmiert und haben ja nur einen Auftrag im Leben!

Psychosomatische Beschwerden sind für innere Anteile ein alternativer Weg sich Gehör zu verschaffen.

Die Antwort der bewussten erwachsenen Person

DESHALB ist das Erste was die aufkeimende Bewusstheit tut, die TRAGIK hinter den unbequemen Phänomenen des eigenen Lebens zu bemerken:

Anmerkung: Für das Verständnis des Folgenden ist es wichtig zu unterscheiden zwischen
–dem inneren Anteil (= innere Person) mit seinen Ängsten und der gefühlten Dringlichkeit seines Auftrags
–und dem „Phänomen“, wie sich der innere Anteil beim erwachsenen Menschen (in unpassender Weise) bemerkbar macht.

  • Das Phänomen beschränkt, quält, behindert mich. Bemerkt. AHA
  • Das Phänomen ist Ausdruck eines inneren Anteils von mir, der nur mein Bestes will
    und aus tiefer Sorge um mich „handelt“. Ach…
  • Ich kann das Phänomen nicht ignorieren oder verbannen, es geht dadurch nicht weg. Hm…
  • Ein innerer Anteil von mir klopft an und will nichts weiter, als mit seiner Botschaft wahr-
    und ernstgenommen zu werden. AHA
  • Dann ändere ich halt in drei Teufels Namen meinen Kurs um 180° und wende mich dem Anteil zu – im Namen der Barmherzigkeit… Uff…!
  • Ich wende mich mit der inneren Haltung „ich will es kennenlernen“ den unangenehmen
    Gefühlen (dem inneren Anteil) zu. Ups – AHA

Interessant ist, was durch diesen Wandel der inneren Haltung mit dem Phänomen passiert: Ich wende mich zu, lausche in meine ungeliebten Gefühle hinein und stelle der unbequemen Botschaft des inneren Anteils mein interessiertes Bewusstsein zur Verfügung – nehme Anteil an seiner Not.

Der innere Anteil erfährt diese Zuwendung als eine Würdigung seines Anliegens und seiner Mission und kann sich ein Stück entspannen. Das unangenehme Phänomen entspannt sich mit.

Und Sie müssen nicht mehr in Panik verfallen, wenn das ungeliebte Phänomen wieder auftaucht, Sie haben es schon einmal (oder mehrmals) bewusst begrüßt und treffen lediglich einen alten Bekannten wieder. Sie haben einen neuen Freiheitsgrad im Umgang mit diesem inneren Anteil gewonnen.

Weg ist das Phänomen deshalb nicht, aber je öfter Sie dem inneren Anteil mit dieser würdigenden Haltung begegnen, umso mehr kann er sich entspannen. Irgendwann verschwindet er einfach, seine Mission ist beendet, der Chef (Sie) hat seine Mission zur Chefsache gemacht.

So funktioniert das…

Es ist wirklich simpel.

Es gibt natürlich auch sehr starke hilfreiche innere Anteile in Ihnen, die die Säulen Ihres Charakters ausmachen. Um mit nicht durch quälende „Phänomene“ ans Tageslicht gespülten inneren Personen in einen Austausch zu kommen, gibt es erweiterte Techniken. Für den Moment kann das aber als Luxus gelten:

Sie können sich tatsächlich allein mit den vorgestellten Kniffen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen.

Bei Interesse:

Ein wunderbares Buch zum „Inneren Team“ hat Artho Stefan Wittemann geschrieben. Der Titel ist „Die Intelligenz der Psyche“.

Aber schnüffeln Sie doch einmal selber unter dem Suchbegriff „Inneres Team“. Es gibt eine Fülle von Büchern zum erweiterten Umgang mit den inneren Anteilen. Darunter natürlich auch Dünnbettbohrer.

Distanzierte Perspektiven

Es ist das Anliegen dieses Büchleins, sehr kompakt eine Orientierung im Umgang mit sich selbst zu geben. Deshalb sind auch die folgenden Ausführungen sehr knapp gehalten.

Neben dem psychisch/emotional/körperlichen Bereich spielt im Menschen auch der spirituelle Bereich eine wesentliche Rolle. Erst von hier aus gelingt ein distanzierterer Blick auf das tägliche „Gezappel“ in der Welt der Realität.

Das Ego

Das EGO entsteht aus der irrigen Annahme, dass ich ein getrenntes Wesen bin, das auf Gedeih und Verderb den Bedrohungen der Welt ausgeliefert ist. Das EGO entsteht ganz natürlich durch die Notwendigkeit mit dieser Situation umzugehen. Ich muss mich schützen, ich muss mich verteidigen, ich muss schauen wo ich bleibe, ich muss auch austeilen können, ich muss schauen dass ich besser als die Anderen bin, ich gehe unter wenn ich (von meinem Partner) verlassen werde, ich habe nur dieses eine Leben also hole ich das Maximum raus, nach mir die Sintflut usw.

Erst eine spirituell erweiterte Perspektive macht die Fadenscheinigkeit der Grundannahme deutlich, auf der das EGO-System fußt. Dazu mehr unter der Überschrift „Göttliches Erbe“.

Hier eine einzige Facette des EGO zum darüber meditieren. Daraus erschießt sich Ihnen Alles, was Sie über das EGO wissen müssen:

Das Phänomen EGO stellt sicher, dass ich immer in Trab bleibe und gleichzeitig garantiert nie das erhalte, wonach ich mich wirkliche sehne: Frieden und Freude. Egal zu welchen Erfolgen ich es geschafft habe, DAS finde ich am Ziel nie vor. Denn das Hamsterrad des EGO ist genial konstruiert:

Das EGO sorgt sich gleichermaßen in Freude und Leid. Es sucht die Freude und sobald es sie gefunden hat, versucht es verzweifelt, Leid fernzuhalten. (Deepak Chopra)

Klar, dass ich auf diese Art an keinem Ort und niemals nachhaltig Freude und inneren Frieden finde.

Das EGO beherrscht uns in trauter Eintracht mit unseren inneren Anteilen zu beinahe 100%.

Das Wesentliche

Das Wesentliche ist NICHT das, was übrigbleibt, wenn man das EGO vom Gesamten abzieht. Denn da bleibt nicht viel übrig. Das Wesentliche ist das, wovon uns das EGO mit seinen ausgeklügelten Mechanismen mit aller Macht fernhalten will.
Das Wesentliche ist, wie ich WIRKLICH gemeint bin.
Nachhaltiger Frieden, Freude und echte Liebe gedeihen von selbst, wenn ich erkenne dass ich NICHT ein verlorenes Einzelwesen in einer bedrohlichen Welt bin, sondern wichtiger Teil von etwas viel Größerem.

SO bin ich wirklich gemeint. Das ist das Wesentliche. Alles was dorthin zielt ist wesentlich!

Fazit

Es geht definitiv überhaupt nicht darum, das Gegebene zu verändern oder das Elend auszumerzen, um endlich ein unbeschwertes Leben führen zu können.

Diese Art Glücksverheißungen sind Köder des EGO, um mich vom Wesentlichen abzulenken und mein Hamsterrad am Laufen zu halten. Das EGO ist ausgefuchst und seine Existenz hängt einzig davon ab, dass wir uns brav an seinen Ködern gütlich tun. Man könnte auch sagen, im unbewussten Zustand sind wir „Mastvieh des EGO“. Wie gut es gedeiht und wie wenig appetitlich das Ergebnis dieser Mast ist, sieht man bei einem Blick in die Welt.

Es gibt nur EIN lohnendes Ziel: Das zu entfesseln, wie ich wirklich gemeint bin. Dafür gibt es nur den Königsweg:

Es geht IMMER und NUR darum, mich dem Gegebenen vollständig hinzugeben,
völlig wurscht ob es mit gefällt oder nicht.

Simple but not easy. Aber billiger krieg ich’s nicht.

Mein Selbstbild und das, was ich WIRKLICH BIN, haben etwa so viel miteinander gemein, wie eine Raupe und ein Schmetterling!

Göttliches Erbe

Ich mache es kurz: Wir sind alle „Schöpfer“. Wer das für überkandideltes Geschwätz hält, soll sich einmal auf YouTube ein Filmchen aus der Ergebnisliste der Suche nach“ Doppelspalt-Experiment“ ansehen. Die Quantenphysik zeigt (unter Anderem), dass die Erwartung eines Beobachters das Ergebnis einer Messung beeinflusst. Traditionelle naturwissenschaftliche Ansätze können dieses Phänomen nicht erklären. Die Welt scheint nicht so zu sein, wie wir denken (sollen…).

Die folgende Wahrheit anzuerkennen, ist ein ganz schöner Sprung, aber der Weg außen rum führt auf Dauer am Ziel vorbei:
NICHTS von dem was mir in der Außenwelt begegnet, hat „nichts mit mir zu tun“.
Macht mir das Leben die Hölle heiß, werde ich mit steigendem Nachdruck darauf hingewiesen, dass ich mich gegen Das stelle, was geschehen will. Widerliche Menschen tun mir einen Gefallen, weil sie dazu beitragen, mich in eine Grenzsituation zu bringen. Mit dem Finger auf Schuldige im Außen zu deuten, ist eine EGO-Falle, in die wir gerne treten.

Nur 180°

Wallace Black Elk (ein indianischer Medizinmann und Ältester) pflegte es so auszudrücken:

You need to change [your Point of viewing] just a little bit – not much – just 180°.
Ihr müsst euch [euren Blickwinkel] nur ein klein wenig verändern – nicht viel – nur 180°.

Aus dem Blickwinkel der bereits enthüllten Gesetzmäßigkeiten füllt sich diese Aussage mit Leben:

180°: Nicht wegmachen, sondern zuwenden ist der Schlüssel

180°: Nicht überwinden, sondern integrieren führt zu Ergebnissen

180°: Nicht wahnsinnig kompliziert ist der Weg zu Glück und Frieden, sondern gänzlich simpel

180°: Nicht das Erreichen eines Ziels führt zum Glück, sondern die Hingabe an das Vorhandene

180°: Nicht ein Opfer in der Zange der weltlichen Umstände bin ich, sondern ein Schöpfer, der die weltlichen Umstände hervorbringt

180°: Nicht in der Außenwelt liegt die Herausforderung und der Schlüssel zum Glück, sondern in meinem Inneren

Ferngesteuert?

„Nun, ich bin also Schöpfer, schön, aber das Leben das ich führe, hätte ich mir so nie ausgesucht“ werden Sie vielleicht sagen. Aber wer ist denn „Ich“? Wir wissen jetzt, dass unsere menschliche „Identität“ Viele sind, mit den unterschiedlichsten Anliegen. Und wir wissen, dass wir mehr oder weniger in der Trance des EGO leben, für das es genauso ums eigene Überleben geht wie für unsere inneren Anteile. Denn wenn es uns gelingt aus der Trance zu erwachen, ist das EGO völlig bedeutungslos.

Solange ich es nicht bemerke, ist meine schöpferische Absicht fest in der Hand meiner unbewussten, bedürftigen inneren Anteile und der heimlichen „Mast“ durch das Phänomen EGO. Die Ausprägungen meines Lebens sind so zu min. 95% eine Koproduktion von mir nicht bewussten Kräften.

Hier ein Beispiel aus meinem Leben, wie es mir erging, als ich mich einem inneren Anteil stellte:

Nach über 20 Jahren hatte mir mein Leben ein weiteres Mal die rote Karte gezeigt für meine Bestrebungen im Internet an „leichtes Geld“ zu kommen – eine letzte verzweifelte Hoffnung, es doch noch „zu was zu bringen“ ohne mir mit ungeliebtem „Buckeln“ den Arsch aufreißen zu müssen.

Mir wurde endlich Klarheit zuteil, dass ich für diese Art des Geldverdienens einfach die Cleverness fehlt. Ein Schrecken, aber auch erleichternd, denn endlich konnte ich die Finger vom Computer lassen und hatte plötzlich viel Zeit. Und natürlich eine deftige Existenzangst, nachdem ich die letzte Hoffnung, es auf diesem Wege doch noch zu schaffen, hatte hergeben müssen/dürfen.

Mir war aufgrund meines fortgeschrittenen Wissens um das Wesentliche eigentlich schon lange klar, dass ich im Außen vergebens suchen würde, und dass ich hier eine Riesenchance hatte, mich nach innen zu wenden. Ich wusste ja, dass es keine andere ernstzunehmende Aufgabe gibt, als leidende innere Anteile durch mein bewusstes Zuwenden zu entlasten.

Ich wendete mich also der panikartigen Existenzangst zu, mit der inneren Haltung „ich will es kennenlernen“. Die folgenden Tage nutzte ich jeden Moment der Ruhe, um diese Angst einzuladen und in ihr präsent zu sein.

Die Antwort des Lebens ließ keine 2 Wochen auf sich warten: Ein hochdotierter Job in der Windenergiebranche, direkt im Nachbarort hier auf dem platten Lande. Bemerkenswert!

In dieser Zeit habe ich EmoDiving entdeckt und seither hat das Zuwenden zu einem inneren Anteil seinen Schrecken für mich verloren.

Alles ganz einfach: Ich wende den Fokus meiner Aufmerksamkeit von äußeren Zielen ab und dem innerlich und äußerlich Vorhandenen zu.

Vom Umgang mit der Realität

Ich surfe auf einer Welle der Glückseligkeit! Warum? Weil das Schicksal mir das letzte Erlösung verheißende Spielzeug aus den Händen geschlagen hat und ich wach genug war, die oben vorgestellten Kniffe anzuwenden.

Ich bemerkte den Impuls, das vermeintliche „Dilemma“ gleich zu reparieren, verzichtete darauf ihm nachzugeben und wendete mich stattdessen den aufwallenden Angstgefühlen zu.

Im Kopf wusste ich ja schon lange, dass ich mit meinem alten Muster der finanziellen Enge zu entrinnen auf dem Holzweg war – aber „loslassen“ konnte ich es deswegen noch lange nicht: „Nur dieses eine Mal noch, diesmal klappt’s bestimmt!“, kennen Sie das?

Doch als mir das Leben mit sanftem aber bestimmtem Schlag alle Hoffnungen auf ein Gelingen erneut zunichtemachte, konnte ich neben der Angst vor dem finanziellen Untergang auch ganz deutlich die Erleichterung spüren, von dieser vergeblichen Anstrengung befreit zu sein

Es gelang mir das in dem erneuten Fehlschlag verborgene Geschenk zu bemerken. Durch mein Bemerken bekam ich die Chance diesmal anders zu handeln. Mittels EMO-Diving tauchte ich in den notleidenden inneren Anteil ein und das Blatt wendete sich.

Warum funktioniert das?

Unser Blick auf die Welt steht Kopf, so dass uns das in Wahrheit „richtige“ Nicht-Handeln völlig widersinnig erscheint. Wissen wir nicht von Kindesbeinen an, dass es „ohne Fleiß keinen Preis“, ohne Mühe kein Ergebnis gibt? Können wir nicht mit eigenen Augen sehen, was aus Leuten wird, die nur „die Hände in den Schoß legen“ und „den Lieben Gott einen guten Mann sein lassen“?

Wir WISSEN dass diese Botschaften stimmen, dass das Leben SO tatsächlich nicht funktioniert. Wo steht denn dann die Welt auf dem Kopf? Wie geht es denn dann?

Dieses Geheimnis wollen wir entschlüsseln.

Wo geht die Reise hin?

Ich möchte Ihnen eine Landkarte vorstellen, die sich mir auf meiner Forschungsreise nach der verborgenen Wirklichkeit enthüllt hat, der Wirklichkeit, die von der sichtbaren Realität verstellt zu sein scheint. Die verborgene Wirklichkeit und die sichtbare Realität sind aber gar nicht so verschieden, eigentlich ziemlich gleich. Nur: Eine steht auf dem Kopf und eine auf den Füßen. Welche auf dem Kopf und welche auf den Füßen steht, ist natürlich nur eine Frage der Perspektive.

Heute vertraue ich mich meistens rückhaltlos der verborgenen Wirklichkeit an, ohne deswegen Angst oder Sorge erleben zu müssen. Im Gegenteil: Meist fühle ich mich in der Welt geborgen wie in Abrahams Schoß.

Dieses markige Wort stimmt – und stimmt auch nicht. Nach wie vor erfahre ich Momente von Angst und Sorge, aber das ängstigt und sorgt mich nicht mehr wirklich. Ich habe die Kniffe, jedes Unwohlsein, jede Angst, jede gefühlte Bedrohung willkommen zu heißen und die spürbar werdende innere Not bewusst mit mitfühlendem Herzen einzuladen.

Und das Leben flutscht auf geradezu magische Weise.

Ein großer Schritt

Jetzt kommen wir langsam ans Eingemachte. Wie im ersten Buchteil bereits angesprochen, sind wir Schöpfer, unser Geist bringt die Realität hervor, die wir erleben. Wir erleben uns aber als „Opfer“ der äußeren Umstände und da steht offensichtlich einer der beiden Blickwinkel auf dem Kopf. 180° eben.

Zwei Faktoren spielen hinein, wenn wir uns als Schöpfer der erlebten Realität begreifen:

  1. Keiner von uns ist der alleinige Schöpfer, Jeder hat Milliarden von Mit-Schöpfern. Das erklärt die scheinbare Stabilität der erfahrenen Weltrealität.
  2. Wir sind zum weitaus größten Teil UNBEWUSSTE Schöpfer, unsere Schöpfungen entstehen aus „historischen“ Persönlichkeitsprogrammierungen, die zumeist im heutigen Zusammenhang unangemessen sind. Und dann ist da ja noch der Mechanismus des EGO, der mir ständig Bedrohung vorgaukelt und mich sich angegriffen fühlen lässt oder mich scheinbar zum Angriff zwingt, um meine Haut zu retten.

Mit diesen beiden Mechanismen haben wir einen logisch nachvollziehbaren festen Boden für unseren kritischen Verstand geschaffen, dem ich jetzt einiges zumuten möchte. Das sollte helfen, denn eine logische Nachvollziehbarkeit ist zu jeder Zeit Grundvoraussetzung unserer Untersuchungen, nachdem wir diesen EINEN großen Schritt nachvollzogen haben:

Ein Kurs in Wundern

Dass die Phänomene des Lebens für mich wirklich greif- und hantierbar wurden, habe ich nach den vielen Jahren des Suchens nach der verborgenen Wirklichkeit dem „Kurs in Wundern“ zu verdanken. Mit einem Schlag fügt sich Alles nahtlos zusammen, was zuvor Paradoxien, scheinbare Widersprüche waren.

Der „Kurs in Wundern“ ist mit „Jesus Christus“ gezeichnet und wurde in einem 7-jährigen Kraftakt von Helen Schucman aus der geistigen Welt empfangen und niedergeschrieben. Helen Schucman war zu diesem Zeitpunkt als Professorin für klinische Psychologie, Wissenschaftlerin und atheistisch bis in die Fingerspitzen und definitiv kein Stück esoterisch angehaucht. So war sie zunächst Lichtjahre davon entfernt, den sie in den Träumen heimsuchenden Impulsen durch eine Niederschrift Ausdruck zu geben. Erst aufgrund schicksalhafter Ereignisse und auf das Drängen eines engen Freundes hin tat sie es dann doch und war als Fachfrau sofort tief beeindruckt von der Tiefe, Differenziertheit und Klarheit der Botschaft. Erst dann fand sie zu dem Entschluss sich der Aufgabe zu stellen, die sich wie gesagt über 7 Jahre erstrecken sollte. Nur so viel zur Quelle des „Kurses“. Weit entfernt von manchen „gechannelten“ vermeintlichen Wahrheiten.

Der „Kurs“ ist ohne Vorbereitende Einführung meines Erachtens nicht zu entschlüsseln, es braucht eine Einführung, einen Überblick, wie ihn in einzigartiger und spannender Weise „Die Illusion des Universums“ gibt.

Der „Kurs“ ist nicht für Jeden, aber für Alle. Für den Einen noch in diesem Leben, für den Anderen in einem Späteren. Wir werden diesen Weg alle beschreiten, ob mit oder ohne „Kurs“, ob in diesem oder einem anderen Leben. So der Kurs.

Viele Früchte können nach meiner Überzeugung auch geerntet werden, ohne den Kurs selber „gemacht“ zu haben (der Kurs besteht unter Anderem aus 365 Übungen, Eine für jeden Tag eines Jahres). Dazu ist es allerdings nötig, die sich aus der Botschaft des Kurses ergebenden Perspektiven einzunehmen. Das zu ermöglichen möchte ich mit diesem Büchlein versuchen, ob es funktionieren kann, weiß ich nicht.

Unsere Realität ist ein Traum, was ist die Wirklichkeit des Träumers?

Jesus Christus wird in der christlichen Tradition „Sohn Gottes“ genannt. Jesus ist aber beileibe nicht Gottes einziger Sohn: Jesus ist nur ein Menschenkind wie Sie und ich, dem es gegeben war, die tiefere Wirklichkeit hinter der Realität zu „schauen“. Und die tiefere Wirklichkeit ist nach dem „Kurs“: Sie sind Gottes Sohn oder Gottes Tochter so wie ich es bin und so wie jedes Menschenkind es ist.

Wie kam es dazu, dass „Gottes Kind“ in diesen Traum fiel?

Der „Kurs“ erzählt dazu folgende Geschichte: Gott ist das AllEine, es kann nur IHN geben. Doch dann geschah „ein winzig kleines Missgeschick“, ein winzig kleiner Gedanke war auf einmal gedacht, nämlich wie es wohl wäre, sich als von dem AllEinen getrennt zu erleben.

Im selben Moment wurde sich der winzige Gedanke der Unmöglichkeit des Getrenntseins vom AllEinen bewusst und erschrak in seinen Grundfesten und eine panische Angst vor der Strafe Gottes für diese vermeintlich schändliche Eigenmächtigkeit packte ihn. Und er zerbarst in 1000 Stücke und viel in einen Traum. “Gottes Kind“ war geboren. Gott und doch von Gott unterschieden.

In diesem panischen Traum erhob sich das Wesen des EGO und enthüllte den perfekten Plan, um sich vor Gottes vermeintlichem Zorn zu verstecken. Der Traum der Realität nach den Regeln des EGO war geboren: Viele sich als getrennt erlebende Menschenkinder mit dem unterschwelligen Gefühl von Schuld, im völligen Vergessen ihrer Herkunft, Jedes scheinbar gänzlich auf sich allein gestellt und jeden Moment vom eigenen Untergang bedroht. Von hier aus ist es tatsächlich äußerst schwer, die Wirklichkeit zu erinnern. Ein toller Plan, der fabelhaft funktioniert. Willkommen in der Realität!

Diese Geschichte kann natürlich nur eine Parabel sein um in unserer 4D-Welt abzubilden was tatsächlich in der ungeahnt vieldimensionalen Wirklichkeit geschah. Aber so wird sie uns von dort angeboten und ist sicher nicht leichtfertig in diese Form gebracht worden.

In unserer Realität bildet sich der Mechanismus des EGO übrigens neurophysiologisch betrachtet im Hypothalamus ab. Der Hypothalamus ist in der Realität völlig unentbehrlich für das Überleben des Individuums und der gesamten Art, so wie es auch das EGO ist. Wer soll denn sonst auf mich aufpassen, wenn nicht ich? Ich halte es für ganz wesentlich, bei der Betrachtung des EGO den „Bewertungsverzicht“ einzusetzen, Kniff 2 aus unserer Kniffebox. Wir leben in der Realität und sie ist Gotteswerk, wenngleich sie von Gottes Kind in einem Moment der Panik erschaffen wurde. Sie ist einzigartig und genial konstruiert, nur beginnen wir ihr allmählich zu entwachsen. GOTT SEIN DANK! Es wartet so unvorstellbar viel Köstlicheres auf uns, wenn wir erwachen!

Tja, und da stehen wir nun, wir armen Tröpfe, und sollen auf einmal die uns vertraute Welt „auf den Kopf stellen“, um die Wirklichkeit hinter der Realität des EGO zu erkennen. WAS FÜR EINE AUFGABE!!!

Das Ärgste kommt aber erst jetzt: Wenn ich aus meinem EGO-Traum erwache, erwache ich in das EINE Wesen, das wir Alle sind: Es gibt nur EIN Kind Gottes! Dem armen EGO in uns stehen die Haare zu Berge…! Nichts macht ihm mehr Angst, als seine Individuelle Seinsform zu verlieren!

Doch entpuppt sich die Anerkenntnis dieser Wirklichkeit als lange nicht so schmerzhaft, wie es auf den ersten Blick erscheint. Es ist ein so viel größeres Ich und umfasst natürlich auch mein jetziges Ich. Und es IST Liebe und Frieden und erkennt die Fadenscheinigkeit aller bedrohlich erscheinenden Umstande der EGO-Realität. Ich schwöre Ihnen: Es ist ein einziges Aufatmen!!!

Ich habe vor 30 Jahren einen solchen heiligen Augenblick zwei mal in kurzer Folge erleben dürfen.

Wie lebe ich, wenn ich die Welt als „kopfstehend“ bemerkt habe?

Das ist die Frage, die mich bewegt, seit die Wirklichkeit hinter der Realität in meinem Leben immer wirksamer wird. Was mache ich jetzt hier in der illusionären Realität, wo ich doch schon beginne, in die viel köstlichere Wirklichkeit zu erwachen? Und was soll ich überhaupt noch hier?

Das Allerwichtigste für die praktische Nutzung des Schöpferdaseins ist die Erkenntnis, dass ich nichts MACHEN muss. Alles was ich brauche, findet von ganz alleine zu mir – wenn ich es nur LASSE!

Es geht also gar nicht ums MACHEN, sondern ums LASSEN. Aha. Und wie bitteschön LASSE ich?

Die Erkenntnis des ganzen Bildes und des EGO-Mechanismus bilden den ersten Schlüssel, die Kniffe den Zweiten. Beide Schlüssel zusammen vermögen das Tor zur Glückseligkeit aufzusperren.

Schlüssel 1: Die Schau des gesamten Bildes erlaubt es, ansonsten völlig unsinnig erscheinende Perspektiven einzunehmen. Es ist sooo viel einfacher nach Bewusstheit zu streben, wenn ich weiß, dass Bewusstheit der Schlüssel zum Gelingen auch meines Lebens in der Realität ist!

Schlüssel 2: Als zweiter Schlüssel sind die Kniffe, die wie die Randpfosten an einer tief verschneiten Straße aus einem tief verschneiten Feld aufragen und den Verlauf der Straße markieren. Sie helfen ganz praktisch dabei die Richtung zu wahren und sich immer wieder aus dem „Gezappel der Welt“ zu lösen. Sie helfen, dem Weg der Einfachheit zu folgen und sich nicht hilflos im hektischen Kämpfen und MACHEN in einer undurchdringlich komplexen Welt zu verlieren. Ich habe für mich den bewusst etwas abfälligen Begriff „mächeln“ geprägt um das zu benennen, was ich definitiv nicht mehr leben will.

Aus der Umklammerung der unbewussten Anteile lösen

Eine ganz neue Bedeutung kommt dem gewährenden Umgang mit den „hinderlichen“ inneren Anteilen zu, wenn ich sie als Realitätsschöpfer begreife. Ich MUSS sie für mich gewinnen, alle anderen Wege sind Irrwege. Denn sie sind Schöpfer und haben entsprechend respektvoll behandelt zu werden, egal ob ich unter ihnen leide oder sie mich beglücken.

Wenn ich einen Anteil nach und nach für mich gewinnen kann, löst sich mein bewusstes schöpferisches Sein aus einer Umklammerung. Es entsteht mehr Freiheit, das in mein Leben zu lassen, was zu mir kommen will.

Das was zu mir kommen will ist nicht immer bequem, aber selbst wenn es unbequem ist, führt es stets in die Richtung, wo Alles immer einfacher wird. Raus aus der Quälerei der EGO-Realität mit ihrer Zuckerbrot und Peitsche Mentalität, hinein in einen tiefen Frieden, der durch Nichts bedroht werden kann.

MERKE: Verurteilen Sie nie, was Ihnen widerfährt! Jedes vermeintliche Glück, jedes vermeintliche Unglück ist in diesem Lichte ein Bote mit einem Geschenk für Sie! Fühlen Sie hinein, um das Geschenk zu bergen!

Es war auf einmal ganz einfach!

Nachdem ich durch die Inspiration des Kurses die grundlegende Nebensächlichkeit der Realität zu mir genommen hatte, wurde spontan Alles ganz einfach. Ich wusste auf einmal, dass das MACHEN niemals zur Erlösung bzw. zur Erfüllung führt, sondern vielmehr das LASSEN im Angesicht des Impulses zu MACHEN (das Misslungene schnell wieder reparieren, mich rechtfertigen, mich verteidigen, meinen Job retten, die Verletzung die mir passiert ist und leid tut rückgängig machen, einen neuen Ausweg suchen, festhalten was von mir gehen will, aussperren was zu mir kommen will usw.; alles leckere Köder meines EGO, das nicht über den Tellerrand hinausgucken will und kann).

Wenn ich das MACHEN LASSE, kann endlich zu mir kommen, was von einer höheren Intelligenz für mich vorgesehen ist. Und es ist, wie der Kurs es verspricht, in der Konsequenz Liebe und Glück.



Kategorien:Bewusstsein

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5 replies

  1. Hi, mein Eindruck: grundsätzlich ist die Philosophie großartig, alles entspannt und mit etwas Abstand zu betrachten. So ist es im Leben ja häufiger im Rückblick, selten wird etwas so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
    Ein kleines Aber kommt daher, dass dieser Ansatz, alles grundsätzlich so hinzunehmen wie es ist, auf Dauer auch etwas dümmlich sein kann. Die Welt entwickelt sich ja fort, weil Leute etwas verändern – auch zum Positiven. Oder frei nach Gandhi: sei du die Veränderung, die du in der Welt sehen willst!

    • Lieber Christian, ich verstehe was Du meinst. Ich glaube jedoch, dass wir nur all das nachhaltig lösen/verändern/wandeln können, was wir zuvor als das-was-es-ist gesehen, erkannt und angenommen haben. Es geht um das widerstands- und bewertungsfreie Betrachten und Da-sein-lassen, aus dem heraus erst tatsächlich Heilung erfolgen kann. Alles was nicht angenommen ist, wird in die Dunkelheit des Unbewussten abgedrängt und kehrt in irgendeiner Form wieder, bis dies erkannt wurde.

  2. @Reinhard

    Trefflich, Reinhard, ausgezeichnet – so meine Sicht. Was du sagst, deckt sich mit meinem Wissens- und Erfahrungsstand. Äh, und Uebungsstand 😉

    Ganz prima, weil leicht verständlich und leise humorig, hast du die Schritte für „wie gehe ich mit meinen verd gewaltigen Problemen um, ich krieg sie nicht vom Hals?“ aufgefächert!
    Ich bin glücklich, auf deinen Artikel und somit auf dich gestossen zu sein, es bestärkt mich in meinem mein engst verwandten Denken und Tun.

    Ich bin mir noch nicht schlüssig, ob ich deinen Artikel einfach in bumibahagia.com übernehme, oder ob ich das tue, was ich unterschwellig schon lange in der Pipeline habe: Selber mal im Detail darlegen, was ich zu empfehlen in der Lage bin.

    Grad heute habe ich etwas in der gleichen Richtung geschrieben, vielleicht interessiert es dich oder einen Leser; was soll / kann ich „tun“, wenn ich leise oder mehr als leise das erlebe, was man gemeinhin als Depression bezeichnet.

    Bittescheen 🙂
    http://bumibahagia.com/2014/06/20/alles-ist-mir-zuviel-thom-ram-tipp-1/

    Ich vermute, wir hören noch voneinander.

  3. Ich halte es mit dem Glauben: Jeder lebt in seiner eigenen Welt. Zwar können wir durch gemeinschaftliches „Glauben“ größeres erschaffen und in „diese“ Welt bringen, aber auch eigene persönliche Gedanken haben große Macht, wenn nur genügend geglaubt wird.Positives Denken ist deshalb für mich extrem wichtig. bei mir fängt alles an. Wenn jeder so „Bewusst“ denken würde, wer weiß welche Welt wir dann hätten. Doch ist die Welt (wir) nicht längst im Wandel?

  4. Danke für den Beitrag. Sie haben sich soviel Mühe gegeben, dem Leser weiter zu helfen.
    Aber ich habe nichts verstanden.

    Ich habe Ihre 8 Kniffe durchgelesen, sogar zwei mal, aber ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, was Sie wirklich meinen – mir fiel kein Beispiel ein, um die Situation geistig durchspielen zu können.
    Vielleicht gibt es Menschen mit ganz unterschiedlichen Empfindungsarten?
    Das wissen wir nicht. Jeder kennt ja nur seine eigene.

    Sie stellen wie selbstverständlich fest, dass es neben dem EGO noch eine andere Ich-Persönlichkeit gibt.
    Das ist aber nicht selbstverständlich, das ist vielmehr schlicht unzutreffend.
    EGO und Ich und Selbst und Höheres Selbst und Höchstes Selbst und was der Begriffe noch mehr sind – sie ist ganz einfach ein und dasselbe.

    Sie zitieren an einer Stelle den bekannten Spruch, „den lieben Gott einen guten Mann sein lassen“.

    Nun, einen Gott gibt es schon, einen lieben Gott aber nicht. Und ein „guter Mann“ ist er schon gar nicht.
    Sie sprechen von „Geborgenheit“, die Sie erfahren haben.
    Schön für Sie. Aber ganz sicher nicht der richtige Weg.

    Ja, sicherlich sind wir auch Schöpfer. Wenn Sie aber Geborgenheit suchen, sich also in die behütenden Arme einer höheren Macht kuscheln wollen, dann haben Sie Ihr Schöpferdasein aufgegeben – kurz gesagt: Ziel verfehlt. Das war’s dann mit Ihrer Göttlichkeit.

    Viele suchen nach genau dieser Geborgenheit, Sie sind ganz gewiss nicht der Einzige.

    Das Getrenntsein von Gott ist nun kein „kleines Missgeschick“, wie Sie schrieben, sondern das zentrale Ziel. Wie könnten Sie – oder ich – eine göttliches Wesen sein, wenn wir zugleich Teil von Gott sind? Dann sind war gar keine eigenen Wesen, so wie unsere Niere ein Teil von uns ist, aber kein eigenes Wesen.

    Der berühmte Meister Eckehart hat es sehr treffen formuliert:
    „Wir sind die Augen und Ohren Gottes.
    Gott braucht uns, aber wir brauchen Gott nicht.“

    Wir sind die Geschöpfe, die für Gott die Welt erlebbar machen.

    Entweder beschreitet man den Weg, ein selbstständiger Schöpfer zu werden, oder man versucht, sich zurück zum Schöpfergott zu begeben und sich in ihm aufzulösen.
    Diesen zweiten Weg suchen sehr viele, insbesondere die Anhänger von Christentum und Islam. Und ich glaube, insgeheim suchen Sie auch diesen Weg.

    Das schreiben Sie ja auch genau so in Ihrem letzten Satz:
    „Wenn ich das MACHEN LASSE, kann endlich zu mir kommen, was von einer höheren Intelligenz für mich vorgesehen ist.“

    Damit geben Sie sich auf.
    Dann wünsche ich ihnen eine gute Reise zurück auf START.

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