Verhafteter Vatikan-Funktionär lebte in Luxus

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Übersetzung: Patrizia

Freitag, 5. Juli 2013

Auch wenn bekannt war, daß er einem guten Leben nicht abgeneigt war, sagte die Polizei, seien sie doch erschrocken gewesen, als sie Monsignor Nunzio Scaranos Wohnung betraten, nachdem er sie eines Nachts im Januar anrief um einen Diebstahl zu melden.

Nunzio Scarano

von Philip Pullella, Salerno

Die Wohnung, in Salernos vornehmster Gegend im Stadtzentrum, war riesig, bestückt mit Kunstwerken, die die Wände füllten, und mit Fluren ausgestattet, welche mit Säulen im römischen Stil gesäumt waren.

Scarano, ein Vatikan-Funktionär mit engen Verbindungen zur Vatikanbank, der zur Zeit im Römischen Queen of Heaven-Gefängnis ist, rief die Polizei um den Diebstahl eines Kunstwerks aus seiner Sammlung zu melden.

Die Befragungen zweier führender Untersuchungsbeamten der Justiz und der Polizei in Salerno, 55 km südlich von Neapel, sowie Fotos der Wohnung ergaben ein sehr ausführliches Bild von Scaranos Reichtum.

Die Ermittler gaben an, daß der Fund von gestohlenen Gegenständen, im Wert von bis zu 6 Millionen Euro, sechs Arbeiten von Giorgio de Chirico, eine von Renato Guttuso, eine Arbeit, die Marc Chagall zuzuordnen sei, sowie religiöse Kunststücke umfasse.

„Wir haben uns gefragt, wie dieser Monsignor zu einem solchen Wohnsitz und zu solch kostbaren Kunststücken kommt“, sagte ein leitender Ermittler. „Er sagte, es habe sich um Spenden gehandelt. Es ist eine luxuriöse Wohnung, und wir haben uns gefragt, wie er diese wohl erstanden habe und woher das Geld dafür kam.“

Die Untersuchungsrichter äußerten den Verdacht, daß zumindest einige der Gegenstände aus illegalen Aktivitäten in der Gegend um Salerno stammten.

Durch seinen Anwalt Silverio Sica ließ Scarano verlauten, daß die Kunstgegenstände, die Wohnung und das Geld auf seinen Bankkonten, einschließlich zweien bei der Vatikanbank, alle auf Spenden beruhten und daß er sich keiner Schuld bewusst sei.

Es gab keine Zeichen gewaltsamen Eindringens in die Wohnung, abgesehen von einem zerbrochenen Fenster, das die Polizei für irrelevant hielt. Es wird vermutet, daß die Diebe sich mit einem Schlüssel Eintritt verschafften.

Die Ermittler fanden heraus, daß Scarano im letzten Jahr 560.000 Euro Bargeld in einer Transaktion von der Vatikanbank abgehoben habe. Er habe dann dieses Geld, das meiste in 500 Euro-Noten, unter 56 Freunden verteilt.

Jeder dieser Freunde gab ihm daraufhin einen Scheck für italienische Banken. Er habe dann alle diese Schecks auf eine Bank in Salerno eingezahlt und somit die Hypothek für seine Wohnung abbezahlt, die er, laut den Ermittlern, für ungefähr 1,7 Millionen Euro erworben habe.

Scarano sagte den Ermittlern, er wollte seine Hypothek abbezahlen um seine Wohnung zu verkaufen und den Gewinn dazu verwenden, eine Unterkunft für unheilbar Kranke zu bauen.
Die Untersuchungen laufen noch.

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