Was ist Glück – Kinderaugen sehen tiefer

21.06.2013

Happiness-9

von Sélepathos

Heute ist der 21.Juni, es ist jetzt fast Mitternacht und ich komme gerade nach Hause. Wir feierten mit 18 Kindern und einigen Erwachsenen den Abschluss einer 4. Grundschulklasse, ebenso wie die Sommersonnenwende 2013 mit Geschichten, Knüppelkuchen und Musik am Lagerfeuer.

Was mich heute emotional sehr berührt hat, waren die Gespräche und die Erkenntnisse der Kinder zum Thema „Glücklichsein“. Man muss als Erwachsener eigentlich nur zuhören und kann so teilweise sehr tiefe Einblicke in die Sichtweisen unserer (oft weiseren) Kinder nehmen.

Was ist also Glück? Keine Frage, jedes Kind freut sich über Spielzeug. Aber viele der 10 jährigen sprechen offen aus, was viele Erwachsene bereits wissen, aber nicht immer umsetzen. Um glücklich zu sein, bedarf es keiner materiellen Reichtümer, keiner immer neuen Geschenke, die bald im Regal verstauben. Unsere Kinder sind glücklich, wenn wir Zeit mit ihnen verbringen, in die Natur gehen, am Feuer Lieder singen und Geschichten erzählen. Dazu brauchen wir keine Handys, Games und PCs.

Mit dieser 4. Klasse haben wir oft besondere Ausflüge gemacht und weit mehr als das allgemeine Standardprogramm absolviert. Wir haben zu Nachtwanderungen ein riesiges Herz aus Fackeln errichtet, haben im strömenden Regen gezeltet, haben getanzt, gesungen und spannende Lesenächte durchlebt. Viele Eltern haben sich arrangiert, da sie schon nach den ersten Veranstaltungen bemerkt haben, was den Kindern Spaß macht. In Gesprächen mit den Kindern wird immer wieder klar: Kinder brauchen uns Erwachsene als Wesen, sie möchten Kontakt mit uns, denn sie haben uns viel zu lehren. Kein neues Spielzeug, kein TV Programm kann in unserer Gesellschaft die Lücke füllen, die wir mit und durch unsere Kinder ausleben müssen, um von ihnen zu lernen diese Welt wieder mit Kinderaugen zu sehen.

Ich habe keine Zweifel daran, dass gerade diese Kinder der neuen Generation einen ganz entscheidenden Beitrag zur planetaren (R)evolution erbringen. Sie werden sich nicht beugen lassen, werden keine illusorische Autorität anerkennen, sie werden kein Blatt vor den Mund nehmen und ganz egal, wie viel Ritalin den völlig gesunden Kindern noch zur Ruhigstellung verabreicht wird, das Leben wird sich nicht einsperren lassen. Es werden immer mehr Kinder kommen und Fragen stellen, sie werden keinen Stein liegen lassen, ohne darunter zu schauen und sie werden die Wahrheit immer herausbekommen. Sie lassen sich nicht in ein System pressen, in dem sie nicht leben wollen. Sie sind das Leben von Morgen.

Wenn ich dann noch sehe, dass diese Kinder ganze Alben von Tim Bendzko (Am seidenen Faden), Nena (Du bist gut) und Silbermond (Himmel auf) textsicher und voller Überzeugung mitsingen, dann weiß ich, wofür ihr Herz schlägt.

Dazu fiel mir wieder dieses wunderschöne Gedicht von Khalil Gibran ein:

Ein Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.

Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,

Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,

Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,

Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.

Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.

Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.

Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,

und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;

Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

(Khalil Gibran, arabischer Dichter, 1883-1931)

Was ist es also, was uns Kinder wieder lehren? Was macht uns glücklich? Was macht diese Welt glücklicher, oder was verändert die Wahrnehmung in Richtung Glücklichsein?

Glück wirst du nicht in materiellen Dingen finden. Glück ist in den kleinen, den unscheinbaren Dingen des Lebens versteckt. Glück kostet nichts, aber nicht jeder kann es sehen. Das größte Glück ist es, Glück in seiner immateriellen Form überhaupt erst zu erkennen.

Du findest das Glück in der Stille, wenn du Beobachter bist und dich von den Geschehnissen um dich herum tragen und leiten lässt. Wenn du genau hinsiehst, findest du die Schönheit und die Vielfältigkeit des Lebens in jeder Bewegung deines Umfeldes. Wenn du z.B. eine Blumenwiese mit seinen Bewohnern als eigene Welt erkennst, den Windhauch spürst und somit seine Essenz berührst, wenn du das Lachen der Menschen hörst und ihre individuelle Schönheit hinter dem Schleier erkennst, wenn du dem Gesang der Vögel lauscht oder auch einer verirrten Motte das verschlossene Fenster öffnest, dir ein Essen genüsslich schmecken lässt, oder du ein Buch genießt – wenn du das Leben LEBST, ohne damit zu hadern, egal was es dir gerade bringt, dann bist du glücklich.

Je mehr du deiner inneren Führung vertraust, umso mehr wirst du sehen, dass du immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist. Du nimmst das Leben an. Wenn es dir dann noch gelingt, dauerhaft bewusst zu sein und das Leben in seiner natürlichen Ordnung zu erkennen, dann hast du deine Wahrnehmung in eine neue Zukunft, in Richtung Nova Earth verschoben.

Glück ist ein SEINS-Zustand, den man durch Bewusstsein leben kann.

Änderst du deine innere Welt, so ändert sich auch ihr äußerer Spiegel – unsere Welt.

Licht und Liebe, Sélepathos



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