Razzia der französischen Polizei in Christine Lagardes Pariser Wohnung

Morning Harald

21. März.2013
http://www.smh.com.au

Übersetzung: Patrizia

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Die französische Polizei hat eine Razzia in der Pariser Wohnung von IMF-Chefin Christine Lagarde durchgeführt, in Verbindung mit einer Untersuchung ihres Verhaltens in einem aufsehenerregenden Skandal während ihrer Amtszeit als Regierungsmitglied.

Die Untersuchung betrifft Lagardes Entscheidung 2007, ein Schiedsgericht zu beauftragen, einen Streit zu schlichten zwischen dem in Ungnade gefallenen Industriemagnaten Bernard Tapie und der gescheiterten Bank Credit Lyonnais.

Der IMF-Vorstand diskutierte die Angelegenheit und brachte sein Vertrauen zum Ausdruck, daß Frau Lagarde in der Lage sei, ihre Aufgaben als Vorstandsmitglied erfolgreich auszuführen.

Lagarde

IMF-Chefin Christine Lagarde … Französische Polizei führte Razzia in ihrer Pariser Wohnung durch. Photo: Reuters

Das Schiedsgericht kam darüber überein, Tapie 400 Millionen Euro (499 Millionen Dollar) zuzusprechen – ein Ergebnis, das Empörung unter den Kritikern auslöste, die darauf beharrten, daß der Staat nie hätte das Risiko übernehmen sollen, gezwungen zu werden Geld an Tapie zu zahlen, einem verurteilten Kriminellen.

Diese Sicht wurde stark unterstützt vom CJR, einem Gericht, das eingerichtet wurde um mögliche verdächtige Handlungen von amtierenden Regierungsmitgliedern festzustellen.

Das CJR befand Lagardes Entscheidung, den Tapie-Fall einem Schiedsgericht zu übergeben „bedenklich“ und deutete an, daß sie persönlich sich mitschuldig gemacht habe in einem Verfahren, das gekennzeichnet sei von „zahlreichen Unregelmäßigkeiten und Abweichungen“.

Lagardes Anwalt Yves Repiquet teilte AFP mit, daß seine Klientin die Untersuchungen unterstütze. „Frau Lagarde hat nichts zu verbergen“, sagte er.

Lagarde selber, jetzt 57, hat ihre umstrittene Entscheidung verteidigt, den Tapie-Fall an ein Schiedsgericht zu schicken, beschreibt es als „die beste Lösung zu dem Zeitpunkt“.

Ihre Arbeitgeber bei der IMF gaben ebenfalls an, daß die laufende Untersuchung keinen Einfluß auf ihre derzeitige Rolle als Vorstandsmitglied der globalen Körperschaft habe.

„Wie wir bereits gesagt haben, wäre es nicht angemessen, einen Fall zu kommentieren, der in der Vergangenheit und gegenwärtig vor der französischen Justiz behandelt wird“, sagte IMF-Sprecher Gerry Rice in Washington.

„Vor der Wahl des Vorstandsmitgliedes haben die IMF-Vorstände dennoch die Angelegenheit diskutiert und ihr Vertrauen ausgesprochen, daß Frau Lagarde in der Lage sei, ihre Aufgaben als Vorstandsmitglied erfolgreich auszuführen.“

Das Schiedsgericht, das von Lagarde eingesetzt wurde, stimmte zu, Tapie 285 Millionen Euro (400 Millionen Euro einschließlich Zinsen) zuzusprechen als Entschädigung für seinen 1993 getätigten Verkauf der Sportgruppe Adidas.

Tapie vertrat erfolgreich die Auffassung, daß der Staat ihm eine Entschädigung zahlen sollte für den Zusammenbruch der in Staatsbesitz befindlichen Credit Lyonnais, da die Bank ihn betrogen habe mit der absichtlichen Unterbewertung von Adidas zum Zeitpunkt des Verkaufs.

Der Hauptteil der ihm zugesprochenen Entschädigungssumme wurde zur Tilgung seiner Schulden und Steuerschulden verwendet, aber er hat sich Berichten zufolge 20 bis 40 Millionen gesichert, die er für den Wiedereinstieg in seine berufliche Karriere benutzte.

Er hat kürzlich einen Zeitungskonzern im Süden Frankreichs gekauft, und es gab Vermutungen, daß er wieder in die Politik einsteige als Bürgermeisterkandidat für Marseille 2014.

Tapie war Minister unter dem Sozialistenpräsident Francois Mitterand, hat aber den rechtsstehenden Nicolas Sarkozy bei den Präsidentschaftswahlen 2007 und 2012 unterstützt.

Hinsichtlich seiner Unterstützung für Sarkozy wurde als mögliche Erklärung der angebliche Gefallen vorgebracht, den ihm Lagarde erwiesen habe, die zu der Zeit Sarkozys Finanzministerin war.

Tapie ist am ehesten bekannt als früherer Besitzer von Frankreichs bestgefördertstem Fußballclub Olympique Marseille, und für seine Rolle in einem Spielmanipulations-Skandal 1993, für die er ins Gefängnis kam.

Lagarde, seit 2011 die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IMF), übernahm die Rolle von ihrem Landsmann Dominique Strauss-Kahn, der nach einem angeblichen sexuellen Übergriff gegenüber einer New Yorker Hotelangestellten zurückgetreten war.

Sie ist die erste Frau, die die Organisation leitet, und ihre Berufung wurde als Höhepunkt ihrer glanzvollen Karriere in der Justiz und der Politik gesehen.

Nach ihrer Ernennung in den Vorstand des US-Rechtsberatungs-Giganten Baker & McKenzie, wurde sie Frankreichs erster weiblicher Finanzminister, nachdem Sarkozy 2007 gewählt wurde.

AFP



Kategorien:Banken bloßgestellt, Hinter den Kulissen der Macht, News

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